Pressemitteilung - 6. Mai 2026
Scharfe Kritik zu den Hauptversammlungen von Rheinmetall, Daimler Truck und Hensoldt
Auf den Hauptversammlungen von Daimler Truck (6. Mai), Rheinmetall (12. Mai) und Hensoldt (22. Mai 2026) konfrontieren die "Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!", die Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre sowie Ohne Rüstung Leben die Konzerne mit scharfer Kritik. Außerdem sind Proteste geplant. Ein Überblick.
In einem aktuellen Briefing [PDF-Download] führen die Organisationen detaillierte Kritikpunkte an den drei Rüstungskonzernen auf und fordern ein Ende der hochproblematischen Geschäfte.
Rheinmetall: Fern jeder Kontrolle
Rheinmetall zählt zu den größten Gewinnern der sogenannten "Zeitenwende". Doch die vollen Auftragsbücher halten den Konzern nicht davon ab, seine Internationalisierungsstrategie weiter voranzutreiben. "Rheinmetall entwickelt sich zum globalen Waffenproduzenten ohne Grenzen - bereit, die Nachfrage überall dort zu bedienen, wo der Preis stimmt", kritisiert Vincenzo Petracca, Sprecher der "Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel".
Über sein südafrikanisches Tochterunternehmen RDM liefert Rheinmetall auch ganze Munitionsfabriken an Staaten wie Saudi-Arabien, Ägypten oder die Vereinigten Arabischen Emirate. "Rheinmetall hilft Autokraten beim Aufbau eigener Rüstungskapazitäten und gibt damit jegliche Form der Kontrolle aus der Hand", so Petracca weiter.
Auch in Indien soll Rheinmetall die Strategie verfolgen, Anlagen zu liefern, die eine eigenständige Produktion vor Ort erlauben. "Das ist eine fahrlässige Geschäftsstrategie", kritisiert Charlotte Kehne von Ohne Rüstung Leben. "Was mit der Munition passiert, die mit Rheinmetall-Anlagen produziert werden soll, ist nicht mehr kontrollierbar. Dabei darf nicht in Vergessenheit geraten, dass Indien auch mit Russland enge Beziehungen pflegt."
Hensoldt plant mit problematischen strategischen Märkten
"Trotz boomender Auftragslage im Inland und in Europa kalkuliert Hensoldt den Export an problematische Drittstaaten bereits ein - eine riskante und verantwortungslose Strategie, die vor allem auf Gewinnmaximierung abzielt", kritisiert Jari Bertolini vom Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre.
Hensoldt Südafrika stellte seine Produkte auf der World Defense Show 2026 in Riad vor und machte deutlich, dass der Nahe Osten nicht nur beliefert, sondern auch die Produktion vor Ort unterstützt werden soll. Sowohl in Saudi-Arabien als auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten will Hensoldt damit offenbar dem Wunsch der Herrscher entsprechen, die lokale Rüstungsindustrie zu stärken.
Daimler Truck: Rolle rückwärts in puncto Transparenz
Daimler Truck will den Profit mit Militärfahrzeugen weiter steigern. Die Präsenz auf der Rüstungsmesse IDEX 2025 in den VAE oder der World Defense Show 2026 in Saudi-Arabien unterstreicht, dass der Konzern dabei nicht davor zurückschreckt, an Autokraten und in Krisenregionen zu liefern. Die konkreten Empfängerländer seiner Militärfahrzeuge lässt Daimer Truck jedoch im Dunkeln.
"Nicht einmal zur prozentualen Verteilung auf EU, NATO und Drittstaaten bezog das Unternehmen auf unsere Fragen hin auf der vergangenen Hauptversammlung Stellung. Nachdem der Konzern 2024 Empfängerländer genannt hatte, kehrt Daimler Truck zur Intransparenz zurück - ein fataler Rückschritt", so Charlotte Kehne. "Daimler Truck muss klare Grenzen ziehen und sich von Kunden trennen, die Menschenrechte verletzen oder in völkerrechtswidrige Kriegshandlungen verstrickt sind!"
Weitere Informationen: Kritik und Proteste zu den Hauptversammlungen
- Vertreterinnen und Vertreter der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre sprechen auf den Hauptversammlungen der Rheinmetall AG, der Hensoldt AG und der Daimer Truck Holding AG und konfrontieren die Unternehmensführungen mit ihrer Kritik.
- Das ausführliche Briefing "Im Schatten des Rüstungsbooms - Unsere Kritik an Rheinmetall, Daimler Truck & Hensoldt" [PDF-Download] fasst die Kritikpunkte zusammen.
- Während der Rheinmetall-Hauptversammlung am 12. Mai 2026 fand eine Protestaktion vor der Konzernzentrale in Düsseldorf statt. Hier können Sie unsere Fotos von den Protesten ansehen.
Material zum Thema
Briefing: Unsere Kritik an Rheinmetall, Daimler Truck & Hensoldt
[PDF-Download, 1,7 MB]

Ohne Rüstung Leben ist aktives Mitglied im Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre und nutzt schon seit den frühen 1990er-Jahren regelmäßig das Rede- und Fragerecht bei den Hauptversammlungen von Rüstungsunternehmen.
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