Ohne Rüstung Leben e.V.
Frieden politisch entwickeln

Pressemitteilung - 20. April 2026

Friedens- und Menschenrechtsorganisationen fordern Absage der Rüstungsmesse DSEI 2027 in Hannover

Rüstungsmesse DSEI 2027 in Hannover verhindern!

Aus Anlass der heute startenden Hannover Messe - die in diesem Jahr auch einen neuen Rüstungsbereich beinhaltet - wederholen Friedens- und Menschenrechtsorganisationen ihre Forderung nach einer Absage der Rüstungsmesse DSEI Germany 2027! Charlotte Kehne von Ohne Rüstung Leben kritisiert, dass Hannover zum Marktplatz für den weltweiten Waffenhandel wird.

 

Stuttgart/Köln/Hannover, den 20. April 2026

Kritik an Hannover Messe wegen Werbung für Rüstungsschau DSEI Germany 2027


Die heute startende Hannover Messe präsentiert in diesem Jahr den neuen Bereich "Defense Production Area". In Kooperation mit der DSEI Germany wird dort präsentiert "wie innovative Produktionstechnologien die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie unterstützen". Das soll wohl einen Vorgeschmack auf die Rüstungsmesse DSEI Germany geben, die im März 2027 erstmals in Hannover stattfinden soll.

Aus diesem Anlass wiederholen Friedens- und Menschenrechtsorganisationen ihre Forderung nach einer Absage der Rüstungsmesse DSEI Germany 2027!


Über die Rüstungsmesse DSEI

Die Rüstungsmesse DSEI (Defence & Security Equipment International) findet alle zwei Jahre in London statt. 2025 präsentierten dort mehr als 1.700 Aussteller ihre Waffen und Rüstungsgüter. Über 45.000 Besucherinnen und Besucher kamen aus aller Welt - unter anderem Delegationen aus menschen- und völkerrechtsverletzenden Staaten wie Ägypten, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Sie trafen dort auf Firmen, deren Waffen immer wieder in Krisenregionen oder von Diktaturen eingesetzt werden und auf Unternehmen, die mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert sind. Auch Konzernen, die an der Herstellung von Atomwaffen beteiligt sind, bot die DSEI eine Plattform. Selbst Zünder für völkerrechtlich geächtete Streumunition wurden 2025 beworben.

Diese globale Rüstungsmesse soll jetzt auch nach Deutschland kommen. Vom 9. bis 12. März 2027 ist in Hannover die erste DSEI Germany geplant, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Messe AG. "Damit würde Hannover zum Marktplatz für den weltweiten Waffenhandel", kritisiert Charlotte Kehne von Ohne Rüstung Leben und ergänzt:

"Für 2027 sind bereits Aussteller wie Rheinmetall und Hensoldt angekündigt. Auch dies sind Unternehmen, bei denen wir regelmäßig als Kritische Aktionärinnen und Aktionäre auf den Hauptversammlungen problematische Geschäftspraktiken kritisieren müssen".

Briefe an den Aufsichtsrat der Deutschen Messe AG

Angesichts der Erfahrungen mit der Muttermesse in London haben sich die Organisationen mit einem Brief [PDF-Download] an den niedersächsischen Wirtschaftsminister Herrn Grant Hendrik Tonne und den Oberbürgermeister von Hannover, Herrn Belit Onay, gewandt, die derzeit dem Aufsichtsrat der Deutschen Messe AG vorstehen.

Zudem haben sie tausende Aktionsbriefe in den Umlauf gebracht, um den Aufsichtsrat auf die Gefahr aufmerksam zu machen, dass die Deutsche Messe AG einer Ausstellung die Bühne bereiten will, bei der gegen völker- und menschenrechtliche Mindeststandards verstoßen wird.


Völkerrecht und soziale Verantwortung müssen an erster Stelle stehen

"Als Aktion Aufschrei kritisieren wir seit Jahren die laxe Praxis der Rüstungsexportkontrolle in Deutschland, die oftmals Rüstungsexporte in Krisenregionen oder an repressive und menschenrechtsverletzende Regime geschehen lässt", erklärt Jürgen Grässlin, Sprecher der "Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!" 

"Aus dieser Position heraus können wir in einer solchen Waffenschau auf deutschem Boden nichts Förderliches erkennen: hier wird ein Handel als normal und alltäglich dargestellt, der streng reguliert und kontrolliert gehört!"

"Die Erfahrungen aus London zeigen, dass die DSEI reichlich Grund zur Kritik bietet, und lassen Schlimmstes für Hannover befürchten", mahnt Agnes Hasenjäger vom Friedensbüro Hannover. "In Deutschland und insbesondere in Hannover - Lead City der Mayors for Peace - darf es keine Messen geben, die eine Bühne für geächtete Waffen, korrupte Konzerne und Rüstungsexporte in Krisenregionen bieten!"

"Völkerrecht, Menschenrechte und soziale Verantwortung müssen an erster Stelle stehen", stellt Hasenjäger klar und ergänzt: "Daher fordern wir vom Aufsichtsrat der Deutschen Messe AG in Hannover eine Absage der Rüstungsmesse DSEI Germany 2027!"

 

Hier finden Sie den Brief an den Aufsichtsrat der Deutschen Messe AG [PDF-Download]

 

Kontakt für die Medien: 

Charlotte Kehne, Ohne Rüstung Leben, Tel.: 0711 608396, orl-kehne@gaia.de

Dr. Andreas Seifert, "Aktion Aufschrei", Tel.: 0176 99067209, a.seifert@aufschrei-waffenhandel.de

Agnes Hasenjäger, Friedensbüro Hannover e.V., h.agnes@gmx.de

 

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Material zum Thema


Faltblatt: Rüstungsmesse DSEI 2027 in Hannover verhindern!

Faltblatt: "Rüstungsmesse DSEI verhindern!" [PDF-Download, 3 MB]


Zeitung: Ohne Rüstung Leben-Informationen 195 / 2026-1

Ohne Rüstung Leben-Informationen, Ausgabe 195 [PDF-Download, 3,1 MB]

 

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