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Nachrichten - 5. Mai 2023

Mehr als 2.000 Atomtests weltweit - das sollten Sie darüber wissen

US-Atomtest "Baker" am 25. Juli 1946 auf dem Bikini-Atoll, Marshallinseln
US-Atomtest am 25. Juli 1946 auf dem Bikini-Atoll, Marshallinseln. Foto: US Department of Defense

Seit 1945 haben die Atommächte weltweit mehr als 2.000 Atomtests durchgeführt. An rund 60 Orten in 15 Ländern wurden systematisch Atombomben zur Explosion gebracht. Radioaktive Partikel verbreiteten sich unkontrolliert und vergiften bis heute Boden, Luft, Wasser und Menschen. Erfahren Sie mehr!

 

Hunderttausende Menschen als "Versuchtsobjekte" missbraucht

Es sind Orte wie Moruroa, Semipalatinsk und Bikini, die für das Grauen der Atomtests stehen. Betroffen sind zum großen Teil indigene Völker, deren Heimat und Leben von Kolonial- oder Großmächten als entbehrlich angesehen wurden. Gegen ihren Willen wurden sie als "Versuchsobjekte" missbraucht.

Rund um die Testgebiete sind erschreckend hohe Raten von Reproduktionsproblemen, Fehlgeburten und Geburtsfehlern zu beobachten. Studien gehen davon aus, dass hunderttausende Krebstote auf die Atomtests zurückzuführen sind.

Unter www.nucleartestimpacts.org stellt ICAN alle Testorte vor und lässt Betroffene zu Wort kommen (auf Englisch)

 

Umfassender Atomteststoppvertrag zeigt Wirkung

Doch der jahrzehntelange Widerstand der Betroffenen zeigt Wirkung: 1996 verabschiedete die internationale Gemeinschaft endlich einen Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen. Und obwohl dieser noch immer nicht in Kraft getreten ist, hat er de facto einen Stopp aller Atomtests bewirkt. Der Letzte wurde 2017 von Nordkorea durchgeführt.

In unserem Online-Nachschlagewerk "Atomwaffen A-Z" finden Sie mehr Hintergründe über alle weltweiten Atomtests und den umfassenden Atomteststoppvertrag

 

Humanitäre Unterstützung und Umweltsanierung

Die Folgen der Atomtests jedoch bleiben: Nur wenige Betroffene wurden für ihr unfassbares Leid entschädigt. Die Sanierung ehemaliger Testgelände bleibt völlig unzureichend. Der UN-Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) erkennt als erster völkerrechtlicher Vertrag diesen Missstand an. In Artikel 6 und 7 sieht er eine internationale Zusammenarbeit vor, um die Opfer von Atomtests humanitär zu unterstützen und kontaminierte Gebiete zu sanieren.

Obwohl Deutschland dem AVV nicht beitreten will, kündigte der deutsche Botschafter auf der ersten Vertragsstaatenkonferenz in Wien eine Zusammenarbeit zu den Artikeln 6 und 7 an!

Hier finden Sie unseren Bericht von der ersten Staatenkonferenz

 

Was Ohne Rüstung Leben fordert

Ohne Rüstung Leben erwartet von der Bundesregierung, dass sie auch an der nächsten AVV-Konferenz im November 2023 in New York als Beobachterin teilnimmt. Bis dahin fordern wir einen konkreten und finanzierten Plan, wie Deutschland den Betroffenen von Atomtests helfen und so zumindest diesen Teil des Atomwaffenverbotsvertrages unterstützen will.

Dabei ist klar: Diese Zusammenarbeit mit den AVV-Staaten darf nur ein Zwischenschritt sein - mittelfristig muss Deutschland dem UN-Atomwaffenverbot auch selbst beitreten.

 

So können Sie dieses Ziel unterstützen:

 

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Material zum Thema


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Ohne Rüstung Leben-Informationen, Ausgabe 184 [PDF-Download, 3,2 MB]

 

kompakt: Argumente für den Atomwaffenverbotsvertrag

kompakt: Was Sie über Atomwaffen wissen sollten [PDF-Download, 2 Seiten]

 

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