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Nachrichten - 24. Juli 2023

Was Sie im Hinterkopf haben sollten, wenn Sie den Kinofilm "Oppenheimer" ansehen

Originalaufnahme von J. Robert Oppenheimer (Mitte, mit hellem Hut) am Ort des Trinity-Tests.
Originalaufnahme von J. Robert Oppenheimer (Mitte, mit hellem Hut) am Ort des Trinity-Tests. Bildquelle: Wikimedia Commons, public domain

Seit vergangener Woche ist "Oppenheimer" von Regisseur und Drehbuchautor Christopher Nolan in den Kinos zu sehen. Der aufwändig produzierte Historienfilm zeichnet die Biografie von J. Robert Oppenheimer nach, dem Leiter des "Manhattan Project". Wie stand der "Vater der Atombombe" zu den Konsequenzen seiner Erfindung? Und wie relevant ist der Film für die heutige Situation?


Der bildgewaltige Film "Oppenheimer" zeigt die Schritte auf dem Weg zum ersten Atomtest "Trinity" im Juli 1945 in allen Details. Die Entschlossenheit, Begeisterung und teilweise naive Aufregung der beteiligten Wissenschaftler. Aber auch kritische Stimmen. Und schließlich die erschütternde Explosion der Bombe in einem gleißenden Feuerball.

Im Mittelpunkt stehen der Mensch J. Robert Oppenheimer, sein Leben und seine Forschung. Zunächst überzeugt von seiner Erfindung, wird dem Wissenschaftler nach und nach klar, dass er und seine Kollegen die Büchse der Pandora geöffnet haben. Der Wunsch, mit der übermächtigen Waffe den Nazi-Terror und den Zweiten Weltkrieg zu beenden, weicht immer mehr der Sorge vor einem Wettrüsten, das am Ende die Welt zerstören wird.


Die Zweifel des J. Robert Oppenheimer

Der Film zeigt das auf eindrucksvolle Weise: Als die Nachricht von der Zerstörung Hiroshimas in Los Alamos (New Mexiko) eintrifft, vermischt sich der überschwängliche Jubel der versammelten Wissenschaftler, Soldaten, Frauen und Männer in Oppenheimers Kopf mit Bildern von verbrannten Leichen, sich ablösender Haut und Hilfeschreien.

"Jetzt bin ich der Tod geworden, der Zerstörer der Welten", diese Worte wählte Oppenheimer einige Jahre später in einem Interview. Seine wachsenden Zweifel an Atomtests und sein Widerstand gegen die Entwicklung von Wasserstoffbomben führten dazu, dass Oppenheimer in den 1950er-Jahren zusehends ins politische Abseits gerückt wurde und 1954 sogar seine Sicherheitsfreigabe verlor.


 

Mehr Hintergrundwissen zu Oppenheimer und der Atombombe:


Der Film greift zahlreiche biografische Details auf, er lässt allerdings auch vieles unerklärt oder geht nur am Rande auf wichtige Aspekte ein. Zudem machen es die Handlungssprünge und Rückblenden manchmal schwierig, die Ereignisse richtig einzuordnen.

Daher lohnt es sich, die Geschichte und das Leben von Oppenheimer nachzulesen!


Mehr über J. Robert Oppenheimer, das "Manhattan-Project", die weiteren beteiligten Wissenschaftler und das Wettrüsten zwischen den USA und der Sowjetunion erfahren Sie fundiert aufbereitet im Glossar von "Atomwaffen A-Z":

 


 

Welche Relevanz hat "Oppenheimer" heute noch?


Der Kinofilm wirft wichtige Fragen auf: Welche Verantwortung tragen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für die politische Nutzung ihrer Erfindungen? Wie können Atomwaffen jemals zu Sicherheit beitragen, wenn alle Seiten nach immer noch tödlicheren Waffen streben?

Diese Fragen sind nicht historisch, sondern mehr als aktuell!


Heute ist die Gefahr eines Atomkrieges größer als im Kalten Krieg. 2022 gaben die neun Atomwaffenstaaten unvorstellbare 82,9 Milliarden US-Dollar für ihre Arsenale aus! Mehr als 2.000 Atomtests haben Menschen, Natur, Luft und Wasser an 60 Orten weltweit verstrahlt.

Die Hoffnung, Atomwaffen würden Kriege für immer verhindern, hat sich mehr als zerschlagen - und doch hält die Politik in den Nuklearwaffenstaaten weiter daran fest.


Deshalb darf es nur einen Weg geben: Das völkerrechtliche Verbot aller Atomwaffen! Dafür setzen wir uns in der Kampagne "Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt" und als Teil des weltweiten ICAN-Bündnisses ein!

 

 

 

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Die Vereinten Nationen haben einen Atomwaffenverbotsvertrag ausgehandelt und durch die insgesamt 122 teilnehmenden Staaten verabschiedet. Am 22. Januar 2021 trat der Vertrag in Kraft.

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